Gemeinsames Führungskräfteseminar der KDVZ Citkomm und KDZ Westfalen-Süd fand großen Zuspruch
Ausbau der Kooperation im IT-Bereich und E-Government standen im Mittelpunkt der Tagung
Die Verbandsvorsteher und Geschäftsführer der beiden Datenzentralen hatten die Idee, die Hauptverwaltungsbeamten ihrer Einzugsbereiche zu einem gemeinsamen Führungskräfteseminar einzuladen. Das Interesse war groß: Die Landrätin des Kreises Soest, die Ländräte des Märkischen Kreises, Hochsauerlandkreises und Kreises Olpe, 3 Kreisdirektoren, 30 Bürgermeister und 7 weitere leitende Dienstkräfte der angeschlossenen Kommunen nahmen an der Veranstaltung am 09. und 10. Februar teil.
Ein Thema der Tagung war die Bedeutung der neuen Medien für die Abläufe in den Verwaltungen. Zu den Auswirkungen des E-Government referierte Dr. Ruge, Beigeordneter des Deutschen Landkreistages in Berlin (www.landkreistag.de). Er hob besonders hervor, dass E-Government nicht in der Nutzung von E-Mail und Internetangeboten liegt, sondern in der Einbindung dieser Techniken in die Abläufe von Verwaltungsprozessen. Hier wird es zu gravierenden Änderungen in den Arbeitsabläufen kommen. Ebenso sind Verknüpfungen der bereits vorhandenen und zukünftig zu schaffenden Datenbanken vorzunehmen – selbstverständlich unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Vorschriften.
Für eine Nutzung der Vorteile von E-Government sei die Festlegung von Standards erforderlich. Dies könne auch eine Beschränkung der organisatorischen Selbstverwaltung der Kommunen bedeuten. Allerdings sei diese hinnehmbar, da primär die administrative Abwicklung selbstverantworteter kommunaler Verwaltungsentscheidungen betroffen ist. Die gleichzeitigen Gewinne durch zügige und günstigere Entscheidungen könnten letztlich sogar eine Stärkung der Selbstverwaltung durch eine Konzentration auf die eigentliche Fachaufgabe ermöglichen. Der Landkreistag sieht die Kommunalverwaltungen in einer besonders bedeutsamen Rolle für den Erfolg der neuen Techniken, da sie eine Vielfalt von diversen Aufgaben erfüllten und eine besondere Nähe zu den Bürgern und ansässigen Unternehmen haben.
Aufbauend auf den Vortrag von Dr. Ruge erläuterte der Geschäftsführer der KDVZ Citkomm, Dr. Neubauer, die E-Governmentstrategie seines Hauses. Während vielfach die gravierenden Auswirkungen der neuen Techniken auf die Verwaltungsabläufe theoretisch diskutiert und damit zum Teil hohe Widerstände aufgebaut werden, baut man hier auf eine schrittweise Einbindung in IT-Produkte, die eine Integration der Daten gewährleistet bzw. zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht. Damit werden die Aufwände für die Umsetzung vergleichsweise niedrig gehalten, außerdem werden die Verwaltungen bei den Umstellungen ihrer Verwaltungsprozesse nicht überfordert.
Weiteres Hauptthema war der Ausbau der Kooperation zwischen KDVZ Citkomm und KDZ Westfalen-Süd. Seit vielen Jahren tauschen die beiden Datenzentralen in einzelnen Bereichen Leistungen aus. Die Herausforderungen im technischen Bereich, der prognostizierte Mangel an benötigten Fachkräften und die schwierige Finanzlage der Kommunen lassen auch hier die kommunale Familie enger zusammenrücken. Hierfür bietet sich der südwestfälische Raum nicht nur geografisch an: auch in anderen wichtigen Zukunftsvorhaben wie der Regionale Südwestfalen 2013 ziehen die Kommunen gemeinsam an einem Strang, und so trifft es sich gut, dass sich die Verbandsgebiete der beiden Datenzentralen mit diesem Projekt decken.
Die Geschäftsführer Dr. Neubauer und Schnell (KDZ Westfalen-Süd) informierten die Teilnehmer über die bisherige Zusammenarbeit und mögliche weitere Geschäftsfelder. Die Umsetzung der Kooperationsmöglichkeiten soll Schritt für Schritt erfolgen. Später ist auch die Gründung einer gemeinsamen Einrichtung denkbar. Doch dies ist noch ein Blick in die Zukunft. Zunächst gilt es, Strukturen im personellen, technischen und organisatorischen Bereich so auszugestalten, dass sie den Ausbau der Kooperation weiter unterstützen.
Die Teilnehmer begrüßten die Absicht zum Ausbau der Zusammenarbeit, die auch die Unterstützung im politischen Raum benötigt. Die Verwaltungsräte der beiden Datenzentralen hatten bereits im Herbst 2010 ihre grundsätzliche Zustimmung zu einer intensiveren Kooperation erteilt und deren Leitungen beauftragt, ein Konzept zu entwickeln.
Über die Chancen, aber auch die Schwierigkeiten einer Zusammenführung von verschiedenen Gebietsrechenzentren zu einer gemeinsamen Einrichtung unter einem Dach referierte der Geschäftsführer der Kommunalen Informationsverarbeitung Baden-Franken (www.kivbf.de), Herr William Schmitt. In der wurden die vier Gebietsrechenzentren im Raum Baden und Franken in einem Zweckverband zusammengefasst. Dieser Zweckverband besteht seit 2003, Betriebsstätten sind die früheren Gebietsrechenzentren. Bei dem mehrjährigen Prozess der Zusammenführung gab es auch naturgemäß einige Klippen, die es zu umschiffen galt. Herr Schmitt stellte den Ablauf des Konzentrationsprozesses dar und erläuterte auch die noch anstehenden Aufgaben. Sofern es mittelfristig zu einem ähnlichen Prozess zwischen der KDVZ Citkomm und der KDZ Westfalen-Süd kommen sollte, wünschte er den Beteiligten, dass sie von den Erfahrungen der Kollegen aus Baden-Franken profitieren können.
Zum Abschluss der Tagung erläuterte der Geschäftsführer der KDZ Westfalen-Süd, Herr Schnell, den Aufbau eines verbandsweiten Richtfunknetzes im dortigen Einzugsbereich. Die KDZ Westfalen-Süd wickelt den Datenverkehr mit ihren angeschlossenen Verwaltungen über ein breitbandiges, flächendeckendes Richtfunknetz ab. Bedenken von Anwohnern galt es dabei zu zerstreuen, aber auch technische Herausforderungen gab es dabei zu meistern. Der Aufbau des Richtfunknetzes war erforderlich, um den Verbandsmitgliedern wirtschaftlich zentrale Anwendungen zur Verfügung stellen zu können. Für die Umsetzung erhielt die KDZ Westfalen-Süd eine Auszeichnung für die vorbildliche Umsetzung innovativer IT-Konzepte von der Fa. Cisco.
Das erste gemeinsame Führungskräfteseminar der beiden Häuser war ein voller Erfolg. Dies belegten nicht nur die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer, sondern auch die intensiven Gespräche der Teilnehmer untereinander.
